¡Hola Serra de Tramuntana!

World heritage // Mallorcas nordwestlicher Zipfel

Schroffe Felsen. Duftende Pinien und balzende Zikaden. Mittendurch ein sorgfältig verlegtes Band aus Teer. Gute Voraussetzungen für die perfekte Verschnaufpause.

Die Serra de Tramuntana. Das Fleckchen Erde, das mir neben dem Kaufunger Wald sehr am Herzen liegt. Hier ist die Geburtsstätte vieler (sportlicher) Erinnerungen und Sehnsüchte. Meer, Berge, kaum Menschen. Und dann dieser unendlich ruhige Flow. Besonders, wenn das Thermometer über 35 Grad vermeldet. Ich liebe es – wirklich!

t.b.c.

Haltet die Welt an!

Fundstücke auf dem Schulhof

Im Garten hab ich eine große Regentonne, in die das Wasser vom Dach über Rinnen in Fallrohre läuft. Ist die Tonne voll, läuft das Wasser in eine zweite Tonne. Sehr praktisch.

Aktuell fühl ich mich wie die erste (Tonne): Bis zum Rand voll, nur leider mit defektem Überlauf. Zu viele Informationen sind in den letzten Wochen auf mich niedergeprasselt – und tun es immer noch. Wohin damit? Ich weiß es nicht.

Das zweite Halbjahr hat angefangen und ich kann nicht einfach durch die Gegend radeln und so tun, als sei alles in Ordnung. Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation, Amokläufer, US-Polizeigewalt, Personalmangel, Waldbrände, Gletscherabgänge, China (!), Assange-Auslieferung und so weiter.
Ich weiß ja nicht, wie es euch damit geht, aber für mich ist das alles harter Tobak. Und es wäre ein Irrtum zu glauben, Kinder bekommen von alledem nichts mit.

Too much information! Stop it!

Und auch sonst ist es kein guter Zeitpunkt für eine Bilanz. Jedenfalls merke ich erst jetzt, dass ich ziemlich im Eimer bin. Müde ist untertrieben. Im Arsch? Schon eher. Jede Woche 5-6 Ausfahrten, jede Woche 2-, 3- oder 400 Kilometer. Bei Wind und Wetter. Im immer aggressiven Autoverkehr. Kilometer für Kilometer, Kudo um Kudo. Dann noch zwei dumme Stürze mit doch einigen Blessuren. Die aktuell hohen Temperaturen machen es nicht besser. Darf ich denn nicht einfach mal schwach sein?

Die Masken sind wieder da

Und dann gibt es da auch noch ein anderes Thema, das noch nicht erledigt ist. Seit unser talkshow-affiner Bundesgesundheitsminister eine Warnung nach der anderen raushaut, wird die Panik bei den Leuten langsam wieder greifbarer. Gestern beim Einkaufen war ich gefühlt der einzige ohne Maske. Danke, dass uns dieser Wahnsinn zumindest in den letzten acht Wochen erspart geblieben ist.

Wir wollen doch gar nichts ändern!

„Mal eben mit dem Wagen in die Stadt…“

Es gibt Tage, da schalte ich weder Radio noch Fernseher ein. Tage, an denen ich mich den Nachrichten verweigere. Schlicht und ergreifend, weil ich sie nicht ertragen kann. Dicht gefolgt von Talkshows und Schlagzeilen, in denen die nächste Sau durchs Dorf Netz getrieben wird. Hysterie ist unser neuer Normalzustand.

Fakt ist: Uns geht es schlecht. Uns geht es sehr schlecht. Oder etwa nicht? Mit uns meine ich Deutschland. Das Land, das im Human Development Index bescheiden den 6. Platz belegt. Dessen Bürger im europäischen Vergleich aber noch immer ziemlich (!) wenig Geld für Nahrungsmittel ausgeben. Wieso auch, wenn Aldi so gute Preise aushandelt. Ein Drittel der Lebensmittel wird eh weggeschmissen. Gleichzeitig schimpfen wir aber auf die großen Bauern, die alles kaputt machen und dafür noch Subventionen erhalten. Wieso bloß?

Und jetzt wird gejammert. Alles ist so teuer. Und überhaupt ist das Glas immer halb leer… Kein Mehl, kein Sonnenblumenöl. Und immer wieder das heilige Benzin.

Nicht erst in den letzten Wochen stelle ich fest, wie enorm der Verkehr in und um Hamburg zugenommen hat. Praktisch zu jeder Tageszeit (zumindest immer dann, wenn ich auf dem Rad sitze) bin ich umgeben von vielen Autos. Autos, die immer größer werden (sehr populär: die G-Klasse von Mercedes). Autos, die immer geputzt sind. Wie kann das sein?

Lange Zeit waren es die Elektroautos. „Wir wollen CO2-neutral werden, also kauft bitte Autos ohne Verbrenner. Natürlich unterstützen wir euch dabei.“
Es ist ein Paradoxon. Jetzt, wo die fossilen Ressourcen knapp werden, lautet der Imperativ: „Kauft Sprit! Natürlich unterstützen wir euch auch hier.“

Das Prinzip Gießkanne

Für alle Autofahrer: Ab 1. Juni gibt es 30 Cent Zuschuss pro Liter Benzin. Und ein 9 Euro-Ticket für den Öffentlichen Nahverkehr noch on top. Jippie!

Als ich vorhin durch Schleswig-Holstein gerollt bin, konnte ich schon erste Schlangen an den Tankstellen sehen. Auch Kanister sehe ich immer wieder. Was in Summe spart man da eigentlich? Und wem nutzt diese lobby-getriebene Politik eigentlich? Der Pflegedienstmitarbeiterin mit ihrem Lupo bestimmt nicht.
Gleichzeitig sehe ich in diesen Tagen auch vornehmlich ältere Herren, die wie in den guten alten Zeiten mit dem Gasbrenner unterwegs sind und das Unkraut zwischen den Gehwegplatten entfernen. Nicht zu vergessen auch jene arme Spezies, die den kleinsten „Dreck“ mit dem benzingetriebenen Laubbläser beiseite fegen muss – schlicht und ergreifend, weil für den Besen kein Geld da ist.

Ich könnte jetzt weitermachen mit Kaminholz, für das in Rumänien Urwälder gerodet werden. Oder dem Pflanzen-„schutz“-mittel aus dem Hause Bayer, das auch in privaten Haushalten nicht ganz unverbreitet ist. „Der Spargel ist in diesem Jahr aber teuer.“

Wir wollen doch gar nichts ändern!

Es tut mir leid, aber ich muss hier vornehmlich gegen die „Alten“ bashen. Zumindest im Verkehr sind sie es, die sich am häufigsten über die Radfahrer aufregen, teilweise aber selber kaum noch eines Schulterblicks fähig sind. Und auch finanziell sind es gewöhnlich sie, die sich am wenigsten Sorgen machen müssten – bezahltes Haus, mehrere Autos und den Keller voller Vorräte – sich aber echauffieren, wenn 100g Schnitzel plötzlich 1,30EUR kosten.

Gleichzeitig leben allein in Hamburg 20 Prozent der Kinder [sic] unter der Armutsgrenze (Quelle: Kinderschutzbund). Die Tafeln erleben nicht nur in diesen Tagen Hochkonjunktur. Und wir, die privilegierte deutsche Mittelschicht, quaken bei jedem Zipperlein nach staatlicher Regulierung. Das ist erbärmlich.

Wir haben die Gabe, unangenehmen Dingen aus dem Weg zu gehen und uns selbst zu belügen, perfektioniert. Nur keine Veränderung. Es soll alles so bleiben wie immer.

Solange die Motivation zu Rücksicht oder Verzicht nicht intrinsisch – weil verstanden – ist, wird sich daran auch nichts ändern.

The days after

Niemand hat gesagt, dass es einfach wird. Aber gleich so schwer?
Ich spreche hier nicht von der Mallorca312, sondern von den Tagen danach.
Im Spätsommer 2019 – nach dem BC Bike Race in Kanada – ging es mir ähnlich. Ich bin in ein Loch gefallen und zwar in ein ziemlich großes.

Heute, gerade einmal sieben Tage danach, überschwemmt mich eine Welle der Ohnmacht.

Zwei Monate liegt die Finish Line zurück.
Und noch immer läuft es nicht rund. Ich esse zu viel, ich trinke zu viel, ich denke zu viel. Die Ampel schaltet auf grün und ich bleibe einfach stehen; denn meine Gedanken katapultieren mich mal wieder ans andere Ende der Welt. Natürlich nach British Columbia. 

https://bcbikerace.huppach.de/2019/09/10/dark-side-of-the-moon/

Soweit soll es dieses mal nicht kommen. Es ist Mai, das Wetter ist gut.. Mein neues Bike kommt vielleicht bald. Das nächste Projekt muss her!

What about Everesting?! 🙂

MALLORCA 312 – More than a Gran Fondo

Daran ist rein gar nichts übertrieben. Versuch einer Rekonstruktion.

Heiß ging es zu auf dem Highway to hell – © sportograf

Nach einer relativ ruhigen Nacht klingelte um 04:15 Uhr der Wecker – Zeit für die finale Ölung. Whoop whoop!

Während ich mir eine große Schale Porridge mit Datteln reinzog, kontrollierte ich zum letzten mal mein Rad, insbesondere die Laufräder. Alles dicht, wunderbar. In die Rennmontur konnte ich noch nicht schlüpfen, zuerst musste ich ausgiebig in Sonnencreme baden. Hier sollte man sehr gewissenhaft arbeiten, vor allem die Ohren und die Nasenspitze sind beliebte Brandstellen. Naja und die obligatorischen Stuhlgänge vorher sind auch nicht ganz unwichtig. Check, check, check. 🙂 Aber dann rein in die Klamotten.

„MALLORCA 312 – More than a Gran Fondo“ weiterlesen