Schweres Fahrwasser

Dienstag Abend, Mitte Juni in Hamburg. Bin noch mal in den Garten gefahren, um ein wenig zu gießen. Unsere kleine Oase macht fast ganzjährig viel Arbeit, aber auch viel Freude – besonders in dieser Zeit. 

Beim Dämmerschoppen auf der Terrasse lasse ich die letzten Tage nochmal Revue passieren. Die lange Ausfahrt am Freitag, die beinahe Kollision in Ohlsdorf und der anschließende Sturz in Ahrensburg gehen mir nicht aus dem Kopf. Im Prinzip ist es noch mal gut gegangen, trotzdem bin ich über den Lenker und hab mir die komplette linke Seite aufgeschürft. Was kommt als Nächstes? Fakt ist, ich habe für einen kleinen Moment die Kontrolle über mein Rad verloren. Fakt ist auch, dass ich morgens im Berufsverkehr mitten auf der Straße gelegen habe und keiner angehalten hat. Niemand hat gefragt, ob er mir helfen könne. Alle sind weiter gefahren. Ein flüchtiger Blick aufs Smartphone, noch schnell die Ampel kriegen. Pfff… Kein Helfer weit und breit. 

Eine Verletzungsphase ist auch immer eine Zeit der Erneuerung

Ich bin nur leicht verletzt, die Schürfwunden werden heilen, aber ich habe zweierlei gelernt:
1) Ich sollte mein Risiko-Level runterschrauben. Bei aller vorausschauender Fahrerei gibt es Dinge, die einfach passieren können. Wäre mir die Kette im Sprint abgesprungen, säße ich jetzt nicht hier.
2) Ich sollte nicht mehr davon ausgehen, dass mir in einer heiklen Situation jemand hilft.

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